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    SIL und PFD — Funktionale Sicherheit für Prozessanalysatoren

    Kategorie: Funktionale Sicherheit | Prozessanalytik | PLT-Schutzeinrichtungen | PAT
    Autor: Dusko Kadijevic, Publisher Analytic Journal
    Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2026
    Lesezeit: ca. 10 Minuten


    Definitionen

    SIL (Safety Integrity Level): Diskrete Stufe (1–4) zur Beschreibung der Zuverlässigkeitsanforderung an eine Sicherheitsfunktion in E/E/PE-Systemen. SIL 4 ist die höchste, SIL 1 die niedrigste Stufe.

    PFD (Probability of Failure on Demand): Mittlere Wahrscheinlichkeit, dass eine Sicherheitsfunktion im Anforderungsfall versagt.

    SIS (Safety Instrumented System): Gesamtsystem aus Sensor, Logikeinheit und Aktor.

    PLT-Schutzeinrichtung: Deutsche Bezeichnung für sicherheitsgerichtete prozeßleittechnische Einrichtungen — funktional identisch mit SIS.


    Teil 1: Wie ist ein Sicherheitssystem praktisch aufgebaut?

    Der Sicherheitskreis — Sensor, Logik, Aktor

    Jede Sicherheitsfunktion wird durch einen Sicherheitskreis realisiert. Das schwächste Glied bestimmt den erreichbaren SIL des Gesamtsystems:

    ElementFunktionTypische Geräte in der Prozessanalytik
    Sensor / AnalysatorErfasst die sicherheitsrelevante ProzessgrößeTOC-Analysator, Gasdetektor, O₂-Sensor, TDLS-System, pH-Transmitter
    Logikeinheit (SPS)Bewertet Signal, entscheidet über SchutzaktionSicherheits-SPS nach IEC 61511
    AktorFührt Schutzaktion ausSicherheitsventil, Abschaltrelais, Alarm

    Was bedeuten die SIL-Level konkret? SIL steht für Safety Integrity Level — eine Skala von 1 bis 4, die beschreibt, wie zuverlässig eine Sicherheitsfunktion im Ernstfall funktionieren muss. SIL 1 ist die niedrigste Anforderung: Die Funktion darf in maximal 1 von 10 Anforderungsfällen versagen. SIL 2 verlangt eine zehnfach höhere Zuverlässigkeit: maximal 1 von 100. SIL 3 nochmals zehnfach strenger, SIL 4 ist die höchste Stufe. Die genauen Zahlenwerte — die PFD-Bereiche — folgen in Teil 2 dieser Seite.

    Grundsatz: Jedes Element des Sicherheitskreises — Sensor, Logik und Aktor — muss die Anforderung des angestrebten SIL erfüllen. Ein Sensor, der SIL 2 erfüllt, ein Aktor, der nur SIL 1 erfüllt: Das Gesamtsystem erreicht nur SIL 1 — begrenzt durch das schwächste Glied. Es hilft also nichts, einen hochzertifizierten Analysator einzusetzen, wenn das Ventil am Ende der Kette die Anforderungen nicht erfüllt. Die Systembetrachtung des gesamten Kreises ist Pflicht.


    Redundanzarchitekturen: 1oo1, 1oo2, 2oo3

    Die Notation "MooN" bedeutet: M von N Kanälen müssen das Signal bestätigen, um die Schutzaktion auszulösen.

    ArchitekturBedeutungFehlertoleranzVerfügbarkeitTypischer Einsatz
    1oo11 von 1Kein Fehler toleriertHochSIL 1, einfache Schutzfunktionen
    1oo21 von 2Ein Sensor darf ausfallenMittelSIL 2–3, hohe Sicherheitsanforderung
    2oo22 von 2Kein Fehler toleriertSehr hochHohe Verfügbarkeit, geringere Sicherheit
    2oo32 von 3Ein Sensor darf ausfallen oder Fehlsignal gebenHochSIL 2–3, optimale Balance

    2oo3 in der Praxis: Drei Sensoren messen dieselbe Größe. Ein Ausreißer wird durch Mehrheitsentscheid erkannt. Fällt ein Sensor aus, läuft das System weiter. Erst wenn zwei übereinstimmend ansprechen, wird die Schutzaktion ausgelöst. Das verhindert Fehlalarme und ermöglicht Wartung im laufenden Betrieb.


    Diversitäre Redundanz — zwei Messprinzipien für ein Messziel

    Standardredundanz schützt vor Geräteausfall, aber nicht vor systematischen Fehlern — Querempfindlichkeiten, die alle identischen Sensoren eines 2oo3-Systems gleichzeitig verfälschen.

    Diversitäre Redundanz setzt zwei völlig verschiedene Messprinzipien ein:

    Beispiel O₂-Messung in einem Inertisierungskreis:

    • Kanal 1: Paramagnetischer Sauerstoffsensor (Online-Prinzip)
    • Kanal 2: TDLS (Tunable Diode Laser Spectroscopy, Inline-Prinzip)

    Beide Prinzipien sind physikalisch so verschieden, dass eine gemeinsame Störgröße beide gleichzeitig verfälscht, praktisch ausgeschlossen ist.

    Ein wichtiger praktischer Unterschied zwischen den beiden Kanälen: Der paramagnetische Sauerstoffsensor ist ein Online-Gerät — er benötigt eine Probenaufbereitung: Probenleitung, Filter, Kühler, Druckregler und eine Gasdosierpumpe oder einen Durchflussmesser, der den Probengasstrom zum Sensor transportiert. Diese Hilfskomponenten sind Teil des Sicherheitskreises und müssen ebenfalls in die SIL-Betrachtung einbezogen werden — ein Filterausfall oder ein Pumpenstopp macht den Sensor blind, ohne dass er selbst einen Fehler anzeigt.

    Das TDLS-System hingegen misst inline, direkt im Prozessrohr — ohne Probenentnahme, ohne Probenleitung, ohne Pumpe. Das reduziert die Anzahl sicherheitsrelevanter Hilfskomponenten erheblich und vereinfacht die SIL-Betrachtung.

    Hinweis: Die Unterschiede zwischen Online- und Inline-Messprinzipien, ihre jeweiligen Vor- und Nachteile in SIL-Applikationen sowie die Einbindung von Durchflussmessern in Sicherheitskreise werden in einem separaten Artikel auf Analytic Journal vertieft.

    AspektStandard-Redundanz (gleicher Typ)Diversitäre Redundanz (zwei Prinzipien)
    InvestitionskostenMittelHoch
    KalibrierungEin VerfahrenZwei Verfahren, zwei Standards
    WartungEinheitlichZwei Konzepte, zwei Ersatzteilhaltungen
    Schutz vor systematischen FehlernBegrenztSehr hoch
    ValidierungsaufwandStandardUmfangreich — beide Prinzipien

    Fazit: Diversitäre Redundanz ist kein Standardweg, sondern Ausnahme für Hochrisikoapplikationen, bei denen systematische Fehler nicht ausgeschlossen werden können. Der Aufwand ist erheblich und muss im HAZOP-Prozess explizit begründet werden.


    Teil 2: SIL-Stufen und PFD-Werte

    Die vier SIL-Stufen

    SIL-StufePFD-Bereich (Low Demand)PFH-Bereich (High Demand)RisikominderungsfaktorTypische Anwendung
    SIL 110⁻¹ bis 10⁻²10⁻⁵ bis 10⁻⁶/h10–100Allgemeine Prozessüberwachung
    SIL 210⁻² bis 10⁻³10⁻⁶ bis 10⁻⁷/h100–1.000Sicherheitskritische Chemieprozesse
    SIL 310⁻³ bis 10⁻⁴10⁻⁷ bis 10⁻⁸/h1.000–10.000Hochkritische Anlagen, Öl & Gas
    SIL 410⁻⁴ bis 10⁻⁵10⁻⁸ bis 10⁻⁹/h10.000–100.000Kerntechnik, selten in der Prozessindustrie

    Betriebsarten: Low Demand vs. High Demand

    MerkmalLow Demand ModeHigh Demand / Continuous Mode
    AnforderungsrateMax. 1× pro JahrHäufiger als 1× pro Jahr
    Maßgebliche KenngrößePFDPFH (Probability of Failure per Hour)
    Typisches BeispielNotabsperrventilKontinuierlicher Gasdetektor

    Teil 3: Weitere Kenngrößen

    KenngrößeVollbezeichnungBedeutung
    HFTHardware Fault ToleranceTolerierbare Hardwarefehler ohne Verlust der Sicherheitsfunktion
    SFFSafe Failure FractionAnteil der Ausfälle ohne gefährlichen Zustand (in %)
    MTBFMean Time Between FailuresMittlere Betriebsdauer zwischen zwei Ausfällen
    DCDiagnostic CoverageAnteil gefährlicher Ausfälle, die durch Eigendiagnose erkannt werden
    PFDavgAverage PFDMittlerer PFD über das Prüfintervall — maßgeblich für SIL-Nachweis

    SFF und HFT zusammen bestimmen das maximal erreichbare SIL eines Gerätes. Ein hoher SFF (> 90%) erlaubt bei einfacher Architektur (HFT = 0) trotzdem SIL 2 — geregelt in IEC 61508 Teil 2.


    Teil 4: Besonderheiten von Prozessanalysatoren in SIL-Anwendungen

    Analysatoren vs. Druck- und Temperatursensoren

    Druck- und Temperaturtransmitter werden weltweit in Millionen von Installationen eingesetzt. Diese Masse führt zu gut belegten PFD-Werten, standardisierten Prüfverfahren und etablierten Kalibrierprozessen.

    Prozessanalysatoren befinden sich in einer grundlegend anderen Situation:

    MerkmalDruck-/TemperaturtransmitterProzessanalysator
    Installationszahl weltweitMillionenHunderte bis Tausende
    Felddatenbasis für PFDSehr groß, gut belegtBegrenzt, oft applikationsspezifisch
    Einfluss der Chemie auf MessungGering — Physik dominiertHoch — Querempfindlichkeiten, Matrixeffekte
    KalibrieraufwandGering, standardisierbarMittel bis hoch, applikationsspezifisch
    ProbenaufbereitungNicht erforderlichHäufig notwendig (Filter, Kühler, Konditionierung)
    FehlerquellenMechanisch, Membranbruch, DriftChemisch, optisch, mechanisch, matrixbedingt
    Prüfverfahren im BetriebEinfach (Referenzdruck anlegen)Komplex (Referenzgas, Standardlösung)
    ValidierungsstudienSelten erforderlichHäufig notwendig

    Der entscheidende Unterschied: Beim Drucktransmitter ist Physik das Messprinzip — robust gegenüber Prozessänderungen. Beim Analysator ist die Chemie des Prozessmediums direkt in das Messprinzip eingebunden. Ein Begleitstoff, der nicht in der Spezifikation stand, kann das Messergebnis signifikant verfälschen — ohne dass das Gerät einen Fehler anzeigt. Das ist ein stiller Fehler, der in SIL-Anwendungen besonders kritisch ist.


    Querempfindlichkeiten — die zentrale Herausforderung

    Eine Querempfindlichkeit liegt vor, wenn ein Analysator nicht nur auf die Zielkomponente reagiert, sondern auch auf andere Stoffe im Prozessmedium — und dadurch einen verfälschten Messwert ausgibt, ohne als fehlerhaft erkannt zu werden.

    MessprinzipZielkomponenteMögliche Querempfindlichkeit
    NDIR (Infrarot)COCO₂, H₂O, CH₄ (spektrale Überlappung)
    ElektrochemischO₂H₂S, SO₂, Cl₂ (Sensorvergiftung)
    ParamagnetischO₂NO, NO₂ (ebenfalls paramagnetisch)
    UV-FluoreszenzSO₂Aromatische Kohlenwasserstoffe
    TDLSH₂O, O₂, NH₃, CODruckabhängigkeit, Temperatureffekte auf Absorptionslinien
    WärmeleitfähigkeitH₂, He, CO₂Alle Gase mit abweichender Wärmeleitfähigkeit
    NIR-SpektroskopieFeuchte, KonzentrationenPartikelstreuung, Temperatur, Matrixvarianz

    Konsequenz für SIL: Querempfindlichkeiten müssen systematisch untersucht, dokumentiert und quantifiziert werden. Ohne diese Validierung kann kein belastbarer PFD-Wert angegeben — und kein SIL-Nachweis geführt werden.


    Detected vs. Undetected Errors — warum unerkannte Fehler so gefährlich sind

    Ein zentrales Konzept der funktionalen Sicherheit ist die Unterscheidung zwischen erkannten und unerkannten Fehlern:

    Detected Error (erkannter Fehler): Das Gerät erkennt seinen eigenen Ausfall — durch Eigendiagnose, Plausibilitätsprüfung oder Signalbereichsüberwachung — und gibt ein eindeutiges Fehlersignal aus (z.B. Alarmsignal, 3,6 mA Fehlerstrom nach NAMUR NE 43). Der Sicherheitskreis weiß: dieser Kanal ist ausgefallen. Die Situation ist beherrschbar.

    Undetected Error (unerkannter Fehler): Das Gerät hat einen Fehler, aber es zeigt keinen an. Es gibt weiterhin einen Messwert aus — der aber falsch ist. Der Sicherheitskreis "glaubt", alles sei in Ordnung. Im Ernstfall löst die Schutzfunktion nicht aus, obwohl sie sollte.

    FehlertypSignalverhaltenKonsequenz für den Sicherheitskreis
    Detected ErrorFehlersignal, Alarm, definierter AusgangAusfall bekannt — Wartung wird eingeleitet, System arbeitet mit verbleibenden Kanälen
    Undetected ErrorScheinbar normaler Messwert, aber falschAusfall unbekannt — im Ernstfall versagt die Schutzfunktion still

    Warum unerkannte Fehler das eigentliche SIL-Problem sind: Der PFD-Wert eines Gerätes wird maßgeblich durch die Rate gefährlicher unerkannter Ausfälle (λDU — Dangerous Undetected Failure Rate) bestimmt. Je höher dieser Wert, desto schlechter der PFD, desto schwieriger der SIL-Nachweis. Eine hohe Diagnostic Coverage (DC) — also die Fähigkeit des Gerätes, eigene Fehler zu erkennen — reduziert λDU direkt und verbessert damit den erreichbaren PFD erheblich.

    Für Prozessanalysatoren besonders kritisch: Ein Analysator kann "korrekt messen" im technischen Sinne — kein Gerätefehler, kein Elektronikausfall — aber durch eine Querempfindlichkeit einen systematisch falschen Wert liefern. Das ist der gefährlichste Fall: kein Fehlersignal, aber falsche Information. Genau deshalb sind Querempfindlichkeitsstudien in SIL-Projekten mit Analysatoren nicht optional.


    EMV, Software und Umgebungseinflüsse — Störgrößen die oft unterschätzt werden

    In der chemischen Industrie werden Geräte nicht nur auf Messgenauigkeit und Querempfindlichkeiten geprüft. Für eine SIL-Qualifizierung müssen Störgrößen systematisch getestet werden, die aus der Umgebung kommen — und die viele Geräte aus dem SIL-Rennen werfen:

    Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV): Prozessumgebungen enthalten starke elektromagnetische Felder — Frequenzumrichter, große Motoren, Schweißgeräte, Hochspannungsleitungen. Ein Analysator, dessen Messwert oder Steuerungselektronik durch elektromagnetische Einstreuung beeinflusst wird, kann unerkannte Fehler produzieren. EMV-Prüfung nach IEC 61000 ist für SIL-Geräte Pflicht — und nicht alle Geräte bestehen diese Tests.

    Software und Firmware: Moderne Analysatoren enthalten komplexe Software — für Signalverarbeitung, Kalibrierung, Eigendiagnose und Kommunikation. Softwarefehler sind systematische Fehler: Sie betreffen alle Geräte desselben Typs gleichzeitig, sind nicht durch Hardware-Redundanz beherrschbar und schwer zu erkennen. IEC 61508 Teil 3 regelt die Softwareentwicklung für sicherheitsgerichtete Systeme mit eigenen Anforderungen an Entwicklungsprozess, Testabdeckung und Dokumentation. Viele Hersteller unterschätzen diesen Aufwand — und scheitern genau hier beim SIL-Assessment.

    Temperatureinflüsse auf den Sensor: Umgebungstemperatur und Prozesstemperatur können Messwerte direkt beeinflussen — durch thermische Ausdehnung mechanischer Teile, Änderung elektrischer Eigenschaften, Verschiebung optischer Eigenschaften oder Beeinflussung des Referenzelements. Ein Sensor, dessen Messwert sich bei Temperaturänderung im Prozess oder in der Umgebung systematisch verschiebt, hat eine Querempfindlichkeit gegenüber Temperatur. Das muss quantifiziert, kompensiert oder als Fehlerquelle im PFD-Wert berücksichtigt werden.

    Vibration und mechanische Belastung: In der Nähe von Pumpen, Kompressoren oder Mühlen können Vibrationen Sensoren mechanisch belasten und zu beschleunigtem Verschleiß oder veränderten Messwerten führen.

    StörgrößePrüfnorm (Auswahl)Typischer Ausschlussgrund
    Elektromagnetische EinstrahlungIEC 61000-4 SerieMesswertverschiebung durch Feldeinfluss
    Leitungsgeführte StörungenIEC 61000-4-4, -4-5Signalstörungen auf Messleitungen
    Software / FirmwareIEC 61508 Teil 3Nicht ausreichend getestete Softwarepfade
    UmgebungstemperaturIEC 60068-2Drift außerhalb der Spezifikation bei Extremtemperaturen
    VibrationIEC 60068-2-6Mechanischer Verschleiß, Signalinstabilität
    FeuchtigkeitIEC 60068-2-78Korrosion, Kriechströme, Isolationsversagen

    Praktische Konsequenz: SIL-Qualifizierungsprojekte für Prozessanalysatoren scheitern häufig nicht an der Messleistung des Gerätes, sondern an diesen Umgebungsprüfungen. Ein Analysator, der im Labor perfekt misst, kann in der rauen Prozessumgebung — mit Vibration, EMV-Einstreuung und Temperaturschwankungen — einen systematisch falschen Wert liefern, ohne es anzuzeigen. Diese Tests müssen vor dem SIL-Assessment abgeschlossen sein — nicht danach.


    TDLS — ein Messprinzip mit wachsendem SIL-Vertrauen

    TDLS (Tunable Diode Laser Spectroscopy) hat sich in den letzten 20 Jahren als eines der zuverlässigsten Messprinzipien für In-situ-Gasmessung in rauen Prozessumgebungen etabliert. Das Vertrauen in die Technologie ist heute so groß, dass TDLS-Systeme zunehmend direkt in SIL-relevante PAT-Anwendungen eingebunden werden.

    EigenschaftBedeutung für SIL
    HochselektivGasspezifische Absorptionslinien — kaum Querempfindlichkeiten bei richtiger Wellenlängenwahl
    In-situ-MessungKeine Probenentnahme, keine Probenleitung — weniger Fehlerquellen
    Keine VerbrauchsstoffeKein Referenzgas, keine Reagenzien — geringerer Wartungsaufwand
    Integrierte EigendiagnoseLaserleistung und optische Qualität werden kontinuierlich überwacht — hohe DC
    Druckabhängigkeit beherrschbarBei bekanntem Prozessdruck kompensierbar
    Wachsende Felddatenbasis20+ Jahre Industrieeinsatz, zunehmend belastbare PFD-Werte

    Typische TDLS-Anwendungen in SIL-Kontext:

    • O₂ in Inertisierungsüberwachung (Explosionsschutz, SIL 1–2)
    • NH₃ in Düngemittelproduktion und Kälteanlagen (Personenschutz)
    • CO in Brenngas- und Vergasungsanlagen
    • H₂O (Taupunkt) in Erdgas- und Synthesegasanlagen

    Grenzen von TDLS:

    • Stark partikelbeladene Medien können den Laserstrahl abschwächen
    • Höhere Investitionskosten als konventionelle Sensoren
    • Für flüssige Medien und komplexe Gemische weniger geeignet

    Validierungsstudien — warum sie für Analysatoren oft unvermeidlich sind

    Für Drucktransmitter reicht der Nachweis durch Typprüfung und Betriebsbewährung. Für Prozessanalysatoren in SIL-Anwendungen reicht das oft nicht:

    1. Fehlende Felddatenbasis: Ein PFD-Wert ohne ausreichende statistische Basis ist nicht belastbar.

    2. Applikationsspezifische Einflüsse: Derselbe Analysator verhält sich in Erdgas anders als in Synthesegas. Die Prozessmatrix beeinflusst das Messergebnis auf eine Weise, die nur durch applikationsspezifische Tests quantifiziert werden kann.

    PrüfpunktZiel der Validierung
    QuerempfindlichkeitsanalyseAlle relevanten Begleitstoffgruppen systematisch testen
    Langzeitstabilität / DriftPFD-relevante Driftrate über den Prüfzyklus bestimmen
    UmgebungseinflüsseTemperatur, Vibration, EMV auf Messergebnis prüfen
    ProbenaufbereitungsausfallWas passiert bei Filterausfall, Pumpenausfall?
    Fail-Safe-VerhaltenWelchen Zustand nimmt der Analysator bei Eigenausfall ein?
    KalibrierbeständigkeitStabilität der Kalibrierung zwischen zwei Prüfzyklen

    Für Analysatoren in Sicherheitsfunktionen gibt es ein eigenes Regelwerk. Der technische Bericht IEC TR 63176:2019 gibt Hinweise zu Planung, Installation und Betrieb einschließlich Wartung. Aus der Anwenderseite kommt die NAMUR-Empfehlung NE 146 dazu, die Systeme der Prozessanalysentechnik als Teil von PLT-Sicherheitseinrichtungen behandelt und vorhandene Erfahrungen mit prozessanalytischen Messeinrichtungen auf die bestehenden Normen bezieht.

    Für Prozessanalysatoren ist die Betriebsbewährung der praktisch wichtigere Weg zum Nachweis. Zertifizierte Ausfallraten aus einer Herstelleranalyse sind in diesem Gerätesegment selten. NE 130 beschreibt die Auswahl von Feldgeräten für PLT-Sicherheitseinrichtungen unter Berücksichtigung der Betriebsbewährung und ist damit der Weg für Geräte ohne Zertifizierung nach IEC 61508.

    Daraus folgt eine praktische Konsequenz für den Betrieb: Ohne dokumentierte Störungen, Ausfälle und Prüfergebnisse aus der eigenen Anlage gibt es keine Grundlage für eine Betriebsbewährung. Wartungsaufzeichnungen sind damit Teil des Sicherheitsnachweises und nicht nur gute Praxis.


    Teil 5: SIL-Zertifizierung und Prüfintervalle

    Wer darf was zertifizieren?

    SIL-StufeZertifizierungswegBeispiele
    SIL 1Herstellererklärung möglichIntern mit Nachweis
    SIL 2Herstellererklärung möglichIntern oder optional TÜV/Exida
    SIL 3Externe Zertifizierung zwingendTÜV Rheinland, TÜV SÜD, Exida, Bureau Veritas
    SIL 4Externe Zertifizierung zwingendSpezialisierte akkreditierte Stellen

    Prüfintervalle und PFDavg

    Vereinfachte Formel: PFDavg ≈ λDU × Ti / 2
    (λDU = Rate gefährlicher unentdeckter Ausfälle, Ti = Prüfintervall)

    PrüfintervallAuswirkung auf PFDavgAuswirkung auf Betrieb
    Kurz (3 Monate)PFDavg sinkt, SIL steigtHoher Wartungsaufwand
    Mittel (1 Jahr)Standard für SIL-2-AnwendungenBalance aus Sicherheit und Verfügbarkeit
    Lang (4 Jahre)PFDavg steigtGeringe Wartungslast, höhere Geräteanforderungen

    Teil 6: Normen und Regelwerke

    StandardAnwendungsbereich
    IEC 61508 (DIN EN 61508)Grundnorm — E/E/PE-Systeme
    IEC 61511 (DIN EN 61511)Prozessindustrie — SIS, Chemie, Petrochemie, Pharma
    IEC 62061Maschinenbau
    VDI/VDE 2180Sicherung verfahrenstechnischer Anlagen (DACH)
    NAMUR NE 79Feldgeräte in sicherheitsinstrumentierten Systemen
    NAMUR NE 43Einheitssignale für Analysatoren bei Fehler (Fail-Safe)
    IEC 60079Explosionsschutz (ATEX) — Überschneidung mit SIL bei Gasdetektoren
    IEC TR 63176:2019Analysatoren als Teil sicherheitsgerichteter Systeme (technischer Bericht) — Hinweise zu Planung, Installation, Betrieb und Wartung von Analysatoren in Sicherheitsfunktionen
    NAMUR NE 146 (Fassung 21.10.2013)Systeme der Prozessanalysentechnik als Teil von PLT-Sicherheitseinrichtungen — Anwendersicht auf prozessanalytische Messeinrichtungen als Sensorteil sicherheitstechnischer Systeme
    NAMUR NE 130 (Ausgabe 14.07.2023)Auswahl von Feldgeräten für PLT-Sicherheitseinrichtungen unter Berücksichtigung der Betriebsbewährung — Weg für Geräte ohne Zertifizierung nach IEC 61508

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Was ist der Unterschied zwischen SIL und PFD?
    SIL ist die Stufe (1–4), PFD ist der numerische Wert dahinter. SIL 2 bedeutet, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit zwischen 10⁻³ und 10⁻² liegt. PFD ist Datenbasis, SIL ist normative Einordnung.

    Warum ist ein Prozessanalysator schwieriger für SIL zu qualifizieren als ein Drucksensor?
    Drucksensoren haben eine riesige Felddatenbasis und physikalisch robuste Messprinzipien. Analysatoren messen in chemisch aktiven Medien — Querempfindlichkeiten, Matrixeffekte und begrenzte Felddaten machen applikationsspezifische Validierungsstudien oft unvermeidlich.

    Was ist diversitäre Redundanz und wann ist sie notwendig?
    Zwei völlig verschiedene Messprinzipien für dieselbe Messgröße — um systematische Fehler auszuschließen. Aufwendig und teuer, aber in Hochrisikoapplikationen mit unkontrollierbaren Querempfindlichkeiten manchmal der einzig sichere Weg.

    Warum gewinnt TDLS in SIL-Anwendungen an Bedeutung?
    Hohe Selektivität, keine Verbrauchsstoffe, In-situ-Messung ohne Probenaufbereitung, integrierte Eigendiagnose mit hoher Diagnostic Coverage und über 20 Jahre Felderfahrung machen TDLS zu einem zunehmend vertrauenswürdigen Messprinzip für sicherheitsrelevante Anwendungen.

    Was sind typische Fehler bei SIL-Projekten mit Analysatoren?
    Erstens: Gerät SIL-zertifiziert, aber Gesamtkreis nicht nachgewiesen. Zweitens: Querempfindlichkeiten nicht systematisch untersucht. Drittens: Prüfintervall zu lang gewählt, PFDavg verfehlt die SIL-Anforderung. Viertens: Probenaufbereitung nicht in die Sicherheitsbetrachtung einbezogen.

    Was bedeutet 2oo3-Abstimmung konkret?
    Drei Sensoren messen dieselbe Größe. Zwei von drei müssen übereinstimmend ansprechen, um die Schutzaktion auszulösen. Fehlalarme durch Einzelausreißer werden vermieden, Wartung eines Sensors im Betrieb ist möglich.

    Muss jeder Analysator im SIL-Kreis zertifiziert sein?
    Er muss die SIL-Anforderungen erfüllen — durch formale Zertifizierung oder Betriebsbewährungsnachweis. Bei Analysatoren mit begrenzter Felddatenbasis ist eine formale Zertifizierung oft der praktischere Weg.

    Was ist ein unerkannter Fehler und warum ist er so gefährlich?
    Ein unerkannter (undetected) Fehler liegt vor, wenn ein Gerät einen falschen Messwert ausgibt, ohne einen Alarm oder ein Fehlersignal zu erzeugen. Der Sicherheitskreis "glaubt", alles sei in Ordnung — im Ernstfall löst die Schutzfunktion nicht aus. Der PFD-Wert eines Gerätes wird maßgeblich durch die Rate gefährlicher unerkannter Ausfälle bestimmt. Je höher die Diagnostic Coverage (DC), desto mehr Fehler erkennt das Gerät selbst — und desto besser der PFD.

    Warum fallen viele Analysatoren bei der SIL-Qualifizierung durch EMV- und Temperaturtests?
    Prozessumgebungen enthalten starke elektromagnetische Felder und Temperaturschwankungen, die Messwerte beeinflussen können — ohne dass das Gerät einen Fehler anzeigt. Das sind unerkannte Fehler. EMV-Prüfungen nach IEC 61000 und Umgebungstests nach IEC 60068 sind für SIL-Geräte Pflicht. Viele Geräte, die im Labor einwandfrei messen, scheitern an diesen Umgebungsanforderungen.

    Warum ist Software ein SIL-Risikofaktor?
    Softwarefehler sind systematische Fehler — sie betreffen alle Geräte desselben Typs gleichzeitig und sind durch Hardware-Redundanz nicht beherrschbar. IEC 61508 Teil 3 stellt eigene Anforderungen an Softwareentwicklung, Testabdeckung und Dokumentation für sicherheitsgerichtete Systeme. Viele Hersteller unterschätzen diesen Aufwand und scheitern beim SIL-Assessment an der Softwaredokumentation.

    NE 43 definiert Einheitssignale für Analysatoren im Fehlerfall (z.B. < 3,6 mA als Fehlersignal). In SIL-Anwendungen ist das Fail-Safe-Verhalten entscheidend: Geht der Analysator bei Eigenausfall in einen erkannten, sicheren Zustand?

    Welche Regelwerke gelten speziell für Prozessanalysatoren in Sicherheitseinrichtungen?
    Über die allgemeinen Normen IEC 61508 und IEC 61511 hinaus gibt es den technischen Bericht IEC TR 63176:2019 für Analysatoren als Teil sicherheitsgerichteter Systeme. Aus der Anwenderseite behandelt die NAMUR-Empfehlung NE 146 Systeme der Prozessanalysentechnik als Teil von PLT-Sicherheitseinrichtungen. NE 130 ergänzt die Auswahl von Feldgeräten unter Berücksichtigung der Betriebsbewährung, was bei Analysatoren ohne Zertifizierung nach IEC 61508 der übliche Weg ist.


    Quellen und weiterführende Literatur

    Normen und Richtlinien

    NormTitelRelevanz für diesen Artikel
    IEC 61508 (DIN EN 61508)Functional Safety of E/E/PE Safety-related SystemsGrundnorm, SIL-Definition, PFD, HFT, SFF, DC
    IEC 61508-3Software Requirements for Safety SystemsSoftwareanforderungen für sicherheitsgerichtete Systeme
    IEC 61511 (DIN EN 61511)Safety Instrumented Systems for the Process IndustrySIS in der Prozessindustrie, HAZOP-Integration
    IEC 61000 (Serie)Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)EMV-Anforderungen für SIL-Geräte
    IEC 60068 (Serie)UmweltprüfungenTemperatur, Vibration, Feuchtigkeit — Umgebungsqualifizierung
    IEC 60079Explosionsschutz (ATEX)Überschneidung mit SIL bei Gasdetektoren und Ex-Bereichen
    IEC 62061Funktionale Sicherheit im MaschinenbauVergleichsnorm zur IEC 61508/61511
    IEC TR 63176:2019Analysatoren als Teil sicherheitsgerichteter Systeme (technischer Bericht)Hinweise zu Planung, Installation, Betrieb und Wartung von Analysatoren in Sicherheitsfunktionen

    Nationale und Industriestandards

    StandardHerausgeberInhalt
    VDI/VDE 2180VDI/VDESicherung von Anlagen der Prozessindustrie — DACH-spezifische Umsetzung
    NAMUR NE 43NAMUREinheitssignale für Prozessanalysatoren — Fail-Safe-Verhalten (4–20 mA)
    NAMUR NE 79NAMUREinsatz von Feldgeräten in sicherheitsinstrumentierten Systemen
    • NAMUR NE 146, „Systeme der Prozessanalysentechnik als Teil von PLT-Sicherheitseinrichtungen“, Fassung 21.10.2013 (Titel und Fassung nach NAMUR-Veröffentlichungshinweis).
    • NAMUR NE 130, „Auswahl von Feldgeräten für PLT-Sicherheitseinrichtungen unter Berücksichtigung der Betriebsbewährung“, Ausgabe 14.07.2023, ersetzt die Fassung vom 16.09.2011 (Titel und Ausgabe nach NAMUR-Veröffentlichungshinweis).

    Fachliteratur

    • Rausand, M. (2014): Standardwerk zur Zuverlässigkeit sicherheitskritischer Systeme — theoretische Grundlagen und industrielle Anwendungen. Wiley.
    • Smith, D.J.; Simpson, K.G.L. (2010): Praxisorientierter Leitfaden zur Umsetzung von IEC 61508 und IEC 61511 — empfohlen für Einsteiger und Praktiker. Butterworth-Heinemann, 3. Auflage.
    • Goble, W.; Brombacher, A. (2000): Methodik zur Ausfallratenanalyse (FMEDA) als Grundlage für SIL-Assessments. ISA.
    • CCPS / AIChE (2007): Leitfaden für die Auslegung und den zuverlässigen Betrieb sicherheitsinstrumentierter Schutzsysteme. Wiley.
    • CCPS / AIChE (2000): Quantitative Risikoanalyse für chemische Prozesse — methodische Grundlage für SIL-Bestimmung via LOPA. Wiley, 2. Auflage.

    Organisationen und Datenquellen

    OrganisationRessource
    exida (www.exida.com)SIL-Daten, Failure Rates, Geräteassessments, FMEDA-Datenbank
    TÜV SÜD / TÜV RheinlandZertifizierungsrichtlinien, Whitepapers zu SIL-Bewertungen
    NAMUR (www.namur.net)Empfehlungen für Prozessindustrie, NE-Reihe
    HSE (UK Health and Safety Executive)Human Factors and Functional Safety Reports
    ISA (International Society of Automation)ISA-84 — US-amerikanisches Pendant zu IEC 61511

    Spezifisch Prozessanalytik und PAT

    QuelleInhalt
    ASTM E1655Prüfverfahren für multivariate quantitative Analyse im Nahinfrarot — Grundlage für NIR in der Prozessanalytik
    ISO 10723Leistungsbewertung von Analysensystemen in der Erdgasindustrie — Methodik übertragbar auf Prozessanalysatoren allgemein
    ISO 13528Statistische Methoden zur Beurteilung analytischer Verfahren durch Ringversuche — relevant für Validierungsstudien
    Hersteller-Safety-Manuals und SIL-ZertifikateGerätespezifische PFD-Werte und Sicherheitskenngrößen sind ausschließlich den offiziellen Safety Manuals und Zertifikaten des jeweiligen Herstellers zu entnehmen. Zu beziehen direkt beim Hersteller oder über akkreditierte Zertifizierungsstellen wie exida oder TÜV.
    AIChE CCPSLeitfäden zur Prozesssicherheit in der chemischen und petrochemischen Industrie — relevant für Gasanalytik in SIL-Umgebungen

    Hinweis: Normen werden regelmäßig überarbeitet. Für SIL-Nachweise sind stets die zum Zeitpunkt der Planung gültigen Ausgaben maßgeblich. Die hier genannten Ausgaben entsprechen dem Stand Mai 2026.


    Fazit

    SIL und PFD sind unverzichtbare Kenngrößen für jeden, der Prozessanalysatoren in sicherheitsrelevante Schutzkreise einbinden will. Die Besonderheiten von Analysatoren — chemische Einflüsse, Querempfindlichkeiten, begrenzte Felddatenbasis, komplexe Probenaufbereitung — erfordern eine systematischere Qualifizierung als bei Druck- und Temperaturtransmittern.

    TDLS hat sich als Technologie mit wachsendem SIL-Vertrauen etabliert. Diversitäre Redundanz bleibt die Ausnahme — aber eine notwendige, wenn systematische Fehler nicht ausgeschlossen werden können.

    Der SIL-Nachweis ist immer eine Systemaufgabe — nicht die Aufgabe eines einzelnen Gerätes.


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    Autor: Dusko Kadijevic — 20 Jahre Erfahrung als PAT-Anwender in der Prozessindustrie

    Dusko Kadijevic | Publisher Analytic Journal | analyticjournal.com

    Verfasst Mai 2026. Alle Inhalte in eigenen Worten formuliert, mit Unterstützung von KI erstellt.

    © 2026 Analytic Journal / Dusko Kadijevic. Kurzauszüge mit Quellenangabe und Link auf analyticjournal.com sind zulässig. Vollständige oder weitgehende Wiedergabe, auch durch KI-Systeme oder automatisierte Prozesse, nur mit schriftlicher Genehmigung. Anfragen: info@analyticjournal.de

    Erstveröffentlicht am 26. Mai 2026 auf analyticjournal.com