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Von den ersten Destillationsverfahren im 16. Jahrhundert bis zur modernen Prozessanalytik â die wichtigsten Meilensteine der analytischen Chemie und Messtechnik.
Rathgen-Forschungslabor (1512): Der Wundarzt Hieronymus Brunschwig dokumentiert erstmals detailliert Destillierapparate â frĂŒheste Grundlage spĂ€terer Trennverfahren.
Der Wundarzt Hieronymus Brunschwig beschreibt in seinem Werk 'Liber de arte Distilandi de Compositis' detailliert den Aufbau von Destillierapparaten und zahlreiche Rezepte fĂŒr medizinische Tinkturen. Da brauchbare Thermometer erst Mitte des 17. Jahrhunderts erfunden wurden, war das Destillieren zu Brunschwigs Zeiten tatsĂ€chlich eine Kunst. Seine Dokumentation gilt als frĂŒhe Grundlage spĂ€terer Trennverfahren â ein VorlĂ€ufer der Chromatographie.
Quelle: GDCh â Historische StĂ€tten der Chemie
Johann Wolfgang Döbereiner beobachtet in Jena die katalytische Wirkung des Platins auf die Oxidation von Wasserstoff. Diese Entdeckung eröffnet ein neues Forschungsfeld â die heterogene Katalyse â und legt Grundlagen fĂŒr spĂ€tere Prozessreaktionen in der chemischen Industrie.
Quelle: GDCh â Historische StĂ€tten der Chemie, Jena
Hermann Kolbe und Eduard Lautemann gelingt die erste Laborsynthese von SalicylsĂ€ure. Ein frĂŒhes Beispiel fĂŒr die enge Verbindung von analytischer Chemie und industrieller Produktion â die groĂtechnische Herstellung beginnt bereits 1875 in Radebeul.
Quelle: GDCh â Historische StĂ€tten der Chemie
Rathgen-Forschungslabor (1888): Ăltestes Museumslabor der Welt, gegrĂŒndet 1888 als Chemisches Labor der Königlichen Museen zu Berlin.
Das Chemische Labor der Königlichen Museen zu Berlin wird gegrĂŒndet â heute als Rathgen-Forschungslabor bekannt und Ă€ltestes Museumslabor der Welt. Sein erster Direktor Friedrich Rathgen war auch an den ersten naturwissenschaftlichen Untersuchungen der BĂŒste der Nofretete beteiligt.
Quelle: GDCh / Staatliche Museen Berlin, 2022
Pfeifenanalysator (1913): Das erste patentierte ProzessanalysenmessgerÀt, entwickelt von Paul Gmelin bei der BASF zur Steuerung der Ammoniaksynthese.


Am 22. Mai 1913 erhĂ€lt Paul Gmelin, Mitarbeiter im physikalischen Laboratorium der Badischen Anilin und Soda Fabrik (BASF) in Ludwigshafen, das erste Patent auf ein ProzessanalysenmessgerĂ€t â den sogenannten Pfeifenanalysator. Das GerĂ€t bestimmt das VerhĂ€ltnis von Stickstoff und Wasserstoff fĂŒr die Ammoniaksynthese und steuert damit direkt die Produktion. Dies ist die dokumentierte Geburtsstunde der Process Analytical Technology.
Quelle: Dr. Michael Kloska, BASF SE â 100 Jahre Prozessanalytik
pH-Glaselektrode (1924): Erster praktisch einsetzbarer elektrochemischer Sensor zur potentiometrischen pH-Messung, entwickelt von W.S. Hughes.
Der britische Wissenschaftler W.S. Hughes entwickelt eine praktisch einsetzbare Glaselektrode zur Messung der Wasserstoffionenkonzentration. Bis zu diesem Zeitpunkt waren pH-Messungen im industriellen Umfeld aufgrund der FragilitĂ€t und InstabilitĂ€t der Sensoren kaum reproduzierbar. Hughes' Arbeiten legen die Basis fĂŒr die Abkehr von ungenauen chemischen Indikatoren hin zur potentiometrischen Messung.
Quelle: Hughes, W.S. (1924). Journal of the American Chemical Society, 46(3), 502-515.
Beckman pH-Meter (1934): Erstes kommerzielles elektronisches pH-MessgerÀt mit VakuumröhrenverstÀrker, entwickelt von Arnold O. Beckman.
Arnold O. Beckman entwickelt ein robustes, tragbares MessgerĂ€t zur Bestimmung des SĂ€uregehalts â ursprĂŒnglich fĂŒr die Zitronensaftindustrie in Kalifornien. Durch den Einsatz von Vakuumröhren kann der extrem schwache Signalstrom der Glaselektrode stabil verstĂ€rkt werden. Das GerĂ€t, bekannt als 'Acidimeter' oder Beckman Model G, revolutioniert die chemische Analytik.
Quelle: Beckman, A.O. (1936). US Patent 2,058,761: Apparatus for testing acidity.
URAS (1938): Das erste industrielle IR-ProzessanalysenmessgerÀt nach dem NDIR-Prinzip, entwickelt von E. Lehrer und K.F. Luft bei der BASF in Ludwigshafen.


Im MĂ€rz 1938 melden E. Lehrer und K.F. Luft bei der BASF in Ludwigshafen den Ultra-Rot-Absorptions-Schreiber (URAS) zum Patent an (DRP 730478). Das GerĂ€t arbeitet nach dem NDIR-Prinzip (Nicht-Dispersive Infrarot-Absorption) und wird zunĂ€chst zur CO-Ăberwachung in der Ammoniaksynthese eingesetzt. Bis 1968 sind 850 URAS-GerĂ€te allein bei der BASF im Betrieb â das meistgenutzte AnalysegerĂ€t des Konzerns. Nach Kriegsende werden GerĂ€te in die USA und nach England gebracht und von Perkin-Elmer und Beckman nachgebaut.
Quelle: BASF SE â historische Dokumentation (mit freundlicher Genehmigung)
NAMUR (1944): Interessengemeinschaft der Automatisierungstechnik der Prozessindustrie, gegrĂŒndet 1944 zur Standardisierung von MessgerĂ€ten und Schnittstellen.
Mitten im Zweiten Weltkrieg entsteht in der deutschen Chemieindustrie ein Gremium, das bis heute prĂ€gend wirkt: Die NAMUR wird am 1. November 1944 von Vertretern mehrerer Chemiewerke ins Leben gerufen, um MessgerĂ€te und Schnittstellen herstellerĂŒbergreifend zu vereinheitlichen. Was damals als pragmatische Notlösung beginnt, entwickelt sich zur einflussreichsten Anwenderorganisation fĂŒr Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie. Heute gibt die NAMUR als Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie weltweit Impulse â etwa durch die Standardisierung des 4â20 mA Signals und durch Anwenderempfehlungen wie die NE 157.
Quelle: NAMUR e.V. â Historie & Archiv (namur.net)
Erwin Sick gruendet sein Unternehmen mit dem Ziel, Geraete zu entwickeln, die mehr koennen als andere. Was als visionaeres Projekt beginnt, wird zu einem der fuehrenden Sensorhersteller weltweit. 2004 praegt SICK den Claim 'Sensor Intelligence' als Ausdruck fuer die wachsende Intelligenz von Prozesssensoren.
Quelle: SICK AG â 70 Jahre Innovation
Gaschromatographie GLC (1952): Chromatographisches Trennverfahren fuer gasfoemige Gemische, Nobelpreis 1952, Grundlage aller Prozess-Gaschromatographen.
Mit dem Nobelpreis fĂŒr Chemie 1952 erhĂ€lt eine Methode ihre verdiente Anerkennung, die die Analytik revolutioniert hat: Martin und Synge werden fĂŒr die Entwicklung der Verteilungschromatographie ausgezeichnet â einer Technik, die Substanzgemische nach unterschiedlichem Lösungsverhalten auftrennt. Noch im selben Jahr zeigen Martin und James, dass sich dieses Prinzip auf gasförmige Proben ĂŒbertragen lĂ€sst. Damit ist der Weg zur Gaschromatographie geebnet â einem Verfahren das wenige Jahre spĂ€ter direkt in die Prozessanlage wandert.
Quelle: James, A.T. & Martin, A.J.P. (1952). Biochemical Journal, 50(5), 679.
Clark-Zelle (1956): Erster zuverlassiger Inline-Sauerstoffsensor auf Basis einer sauerstoffdurchlassigen Teflon-Membran, entwickelt von Leland C. Clark Jr.
Das Problem der Sauerstoffmessung in FlĂŒssigkeiten war bis Mitte der 1950er Jahre ungelöst: Elektroden vergifteten sich schnell durch andere Substanzen im Medium. Leland C. Clark Jr. löst dieses Problem 1956 mit einem eleganten Konstruktionsprinzip â er trennt die Elektroden durch eine dĂŒnne Teflon-Membran vom Messmedium. Sauerstoff kann diese Membran passieren, störende Substanzen nicht. Das Ergebnis ist ein Sensor der erstmals stabile Dauermessungen in komplexen biologischen und chemischen Medien ermöglicht.
Quelle: Clark, L.C. (1956). Transactions of the American Society for Artificial Internal Organs, 2(1), 41-48.
MID (1959): Magnetisch-induktiver Durchflussmesser ohne bewegliche Teile, entwickelt von Krohne â Standard fuer Volumenstrombestimmung in leitfaehigen Fluessigkeiten.
Durchflussmessung galt lange als mechanisch aufwĂ€ndiges Problem â FlĂŒgelrĂ€der, Schwebekörper und andere bewegliche Teile verschlissen schnell und verursachten Druckverluste. Krohne bringt 1959 eine Lösung ohne ein einziges bewegliches Teil im Rohr auf den Markt: Der magnetisch-induktive Durchflussmesser nutzt das Faradaysche Induktionsgesetz â eine strömende leitfĂ€hige FlĂŒssigkeit im Magnetfeld erzeugt eine messbare Spannung. Kein VerschleiĂ, kein Druckverlust, keine Verstopfung â ein Prinzip das bis heute in Millionen industrieller Anlagen arbeitet.
Quelle: Bonfig, K.W. (2002). Technische Durchflussmessung. Vulkan-Verlag.
FT-IR Spektrometer (1968): Erstes kommerzielles Fourier-Transformations-Infrarotspektrometer mit Echtzeit-Messung innerhalb von Sekunden.
Infrarotspektroskopie war bis Ende der 1960er Jahre ein langsames Verfahren â eine vollstĂ€ndige Messung dauerte bis zu zwanzig Minuten. Den Durchbruch bringt die Verbindung von Interferometrie und Digitaltechnik: Digilab bringt 1968 mit dem FTS-14 das erste kommerziell nutzbare Fourier-Transformations-IR-Spektrometer auf den Markt. Ein Minicomputer errechnet aus dem Interferogramm in Sekunden das vollstĂ€ndige Spektrum. Damit wird Infrarotspektroskopie erstmals schnell genug fĂŒr die Ăberwachung dynamischer Prozesse.
Quelle: Griffiths, P.R. & de Haseth, J.A. (2007). Fourier Transform Infrared Spectrometry. Wiley-Interscience.
NIR-Spektroskopie industriell (1968): Erste kommerzielle Nahinfrarotspektrometer fuer die Industrie, entwickelt von Karl Norris und vermarktet durch Technicon.
Der US-amerikanische Agrarwissenschaftler Karl Norris stellt fest, dass Licht im nahen Infrarotbereich Getreidekörner durchdringen und dabei Informationen ĂŒber Feuchte und Proteingehalt liefern kann â ohne die Probe zu zerstören. Diese Beobachtung mĂŒndet in eine Zusammenarbeit mit Technicon, die 1968 das InfraALYZER-System fĂŒr die Getreideindustrie auf den Markt bringt. Ein auf den ersten Blick spezialisiertes AgrargerĂ€t â aber es markiert den Beginn der industriellen NIR-Spektroskopie die heute zur zentralen PAT-Methode in Pharma, Chemie und Lebensmittelindustrie geworden ist.
Quelle: Norris, K.H. (1964). Agricultural Engineering, 45, 434-438.
Coriolis-Durchflussmesser (1974): Erster direkter Massenstrommesser fuer industrielle Fluessigkeiten und Gase, basierend auf der Coriolis-Kraft.
Volumenstrom zu messen ist eine Sache â Massestrom zu messen eine ganz andere. Bisherige Durchflussmesser lieferten Volumenwerte, die erst ĂŒber Dichte und Temperatur in Masseangaben umgerechnet werden mussten. James E. Smith entwickelt mit dem Coriolis-Prinzip einen direkten Weg: Eine strömende FlĂŒssigkeit in einem schwingenden Rohr erzeugt durch die Coriolis-Kraft eine messbare Phasenverschiebung â proportional zur Masse. Das erste kommerzielle GerĂ€t erscheint 1974 unter dem Namen Micro Motion und liefert gleichzeitig Massestrom und Dichte in Echtzeit.
Quelle: Smith, J.E. (1978). US Patent 4,127,028: Method and apparatus for mass flow measurement.
PLS-Regression (1976): Mathematisches Verfahren zur Kalibrierung spektroskopischer Daten, entwickelt von Herman Wold â Grundlage der modernen Chemometrie.
Ein NIR-Spektrum enthĂ€lt Hunderte von Datenpunkten â aber welche davon verraten tatsĂ€chlich die gesuchte Konzentration? Herman Wold entwickelt in den 1970er Jahren einen mathematischen Weg durch dieses Datenlabyrinth: Die PLS-Regression (Partial Least Squares) verdichtet viele korrelierte Variablen auf wenige aussagekrĂ€ftige Faktoren und setzt diese in Beziehung zu bekannten Referenzwerten. Sein Sohn Svante Wold ĂŒbertrĂ€gt das Verfahren konsequent auf chemische Messdaten und prĂ€gt dafĂŒr den Begriff Chemometrie. Ohne diesen Schritt wĂ€re quantitative NIR-Spektroskopie in der Industrie nicht umsetzbar.
Quelle: Wold, H. (1975). Soft modelling by latent variables. Perspectives in Probability and Statistics, 117-142.
Das International Council for Harmonisation (ICH) verabschiedet die harmonisierte Richtlinie zur Validierung analytischer Verfahren. Der Standard definiert global verbindliche Kriterien wie Spezifitaet, Linearitaet, Genauigkeit und Nachweisgrenze. Diese Kriterien muessen fortan fuer jede analytische Methode erbracht werden, die in der Qualitaetskontrolle eingesetzt wird.
Quelle: European Medicines Agency (EMA) / ICH Guideline Q2(R1), 2005.
FDA PAT-Leitfaden (2004): Regulatorischer Rahmen der US-amerikanischen FDA fuer die Implementierung von Process Analytical Technology in der pharmazeutischen Produktion.
Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) veroeffentlicht den Leitfaden 'PAT â A Framework for Innovative Pharmaceutical Development, Manufacturing, and Quality Assurance'. Damit wird PAT erstmals regulatorisch verankert und Echtzeit-Freigabe (Real Time Release Testing) in der Pharmaproduktion ermoeglicht. Der Leitfaden loest eine weltweite Welle von PAT-Implementierungen in der pharmazeutischen Industrie aus.
Quelle: FDA â U.S. Food and Drug Administration, September 2004.
PASY Burghausen (2002): Erstes deutschsprachiges Prozessanalytik-Symposium, veranstaltet von Wacker-Chemie, das erstmals die vier Kernaufgaben der Prozessanalytik systematisch definierte.
Beim Gastgeber Wacker-Chemie in Burghausen kommen vom 22. bis 24. Oktober 2002 erstmals deutschsprachige Prozessanalytiker zu einem eigenen Symposium zusammen. Das PASY definiert dabei zum ersten Mal systematisch was Prozessanalytik leisten soll: ProzessfĂŒhrung und -optimierung, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und transparente Kostenabbildung. Themen aus Hochschulen und Instituten dominieren das Programm â der praktische Erfahrungsaustausch zwischen Anwendern steht noch am Anfang. Der Grundstein fĂŒr eine wachsende deutschsprachige PAT-Community ist gelegt.
Quelle: GIT Labor-Fachzeitschrift 6/2008, S. 566-567 â basierend auf dem Bericht von Dr. Rainer Didszuhn, Analytic Journal
ICH Q8 (2005): Internationale Richtlinie die Quality by Design (QbD) als Standard fuer die pharmazeutische Prozessentwicklung etabliert.
Das International Council for Harmonisation (ICH) veroeffentlicht die Richtlinie Q8, die das Konzept des Design Space und des Quality by Design (QbD) im pharmazeutischen Umfeld etabliert. Qualitaet soll nicht mehr nachtraeglich hineingetestet, sondern durch tiefes Prozessverstaendnis von vornherein eingebaut werden. Kurz darauf folgen Q9 (Risikomanagement) und Q10 (Pharmazeutisches Qualitaetssystem).
Quelle: ICH Steering Committee (2005). ICH Guideline Q8: Pharmaceutical Development.
GDCh AK PAT (2005): Arbeitskreis Prozessanalytik der Gesellschaft Deutscher Chemiker â das wichtigste deutschsprachige Kompetenznetzwerk fuer PAT.
Im Fruehjahr 2005 wird der Arbeitskreis Prozessanalytik als gemeinsame Initiative der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der DECHEMA gegruendet. Ziel ist die Etablierung eines Netzwerks zwischen Industrie, Geraeteherstellern und akademischer Forschung im deutschsprachigen Raum. Der AK PAT richtet seither das jaehrliche Kolloquium Prozessanalytik aus.
Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (gdch.de)
Analytic Journal (2005): Unabhaengiges Wissensportal fuer Prozessanalytik im deutschsprachigen Raum, gegruendet von Dr. Klaus Didszuhn.
Dr. Klaus Didszuhn grĂŒndet das Analytic Journal als unabhĂ€ngiges Wissensportal fĂŒr Prozessanalytik im deutschsprachigen Raum. Ăber zwei Jahrzehnte wĂ€chst die Plattform zur umfassenden Referenz fĂŒr Fachleute, Ingenieure und Laborleiter in der PAT-Community. Seit 2024 wird das Analytic Journal von Dusko Kadijevic weitergefĂŒhrt und modernisiert.
Quelle: Analytic Journal â analyticjournal.de / analyticjournal.com
EuroPACT 2008: Erste europĂ€ische Konferenz fĂŒr Prozessanalytik und Steuerungstechnologie, veranstaltet von DECHEMA in Frankfurt mit 268 Teilnehmern aus ganz Europa.
Sechs Jahre nach dem ersten deutschsprachigen PAT-Symposium in Burghausen trifft sich die europĂ€ische Prozessanalytik-Community erstmals gemeinsam in Frankfurt. Die EuroPACT ist eine Initiative nationaler Organisationen aus GroĂbritannien (CPACT), den Niederlanden (KNCV), Spanien sowie Deutschland (NAMUR AK 3.6, GDCh/DECHEMA, ISPE D/A/Ch). Mit 268 Teilnehmern, 48 VortrĂ€gen, 51 Postern und 20 Ausstellern ĂŒbersteigt die Resonanz alle Erwartungen. Die Konferenz offenbart dabei unterschiedliche nationale StĂ€rken: Der deutschsprachige Raum bringt analytische Tiefe, GroĂbritannien und die Niederlande ingenieurwissenschaftliche Pragmatik, Skandinavien und Spanien chemometrische Methoden. Erstmals wird auch der Siemens-Preis fĂŒr junge Prozessanalytiker europaweit ausgeschrieben â gewonnen von Rosalynne Watt fĂŒr Inline-Monitoring mit optischen Sensoren.
Quelle: GIT Labor-Fachzeitschrift 6/2008, S. 566-567 â Bericht von Dr. Rainer Didszuhn, Analytic Journal (paraphrasiert)
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Wissenschaftler und Ingenieure, deren Arbeit die Grundlagen der modernen Prozessanalytik gelegt hat.
Indien · 1888-1970
Nobelpreistraeger fuer die Entdeckung des Raman-Effekts. In der modernen PAT ist die Raman-Spektroskopie unverzichtbar â sie bestimmt chemische Identitaet in waessrigen Loesungen ohne Probenahme direkt im Prozess.
Deutschland · 1845-1923
Entdecker der Roentgenstrahlen (1895). Grundlage fuer die Roentgenfluoreszenzanalyse (RFA), die heute in der Metall- und Baustoffindustrie zur Elementanalyse im laufenden Prozess eingesetzt wird.
Deutschland / Schottland · 19. Jh.
Ihre Grundlagen zur elektromagnetischen Strahlung ermoeglichten die Mikrowellen-Feuchtemessung und Radar-Fuellstandsmessung â heute Standardverfahren in der Prozessindustrie.
USA · 1900-2004
Erfinder des ersten kommerziellen pH-Meters (1934). Er verwandelte ein komplexes Laborexperiment in ein robustes industrietaugliches Geraet und revolutionierte damit die Qualitaetskontrolle.
Tschechien · 1890-1967
Nobelpreistraeger fuer die Entwicklung der Polarographie â Grundstein fuer die Voltammetrie, die heute zur Spurenanalyse von Metallen in Prozessabwaessern eingesetzt wird.
USA · 1918-2005
Bekannt als Vater der Biosensoren. Die Clark-Elektrode zur Sauerstoffmessung ist bis heute Standard in der Bioprozesstechnik und Fermentation.
Russland / Italien · 1872-1919
Der eigentliche Erfinder der Chromatographie. Seine fruehen Arbeiten zur Trennung von Pflanzenpigmenten legten die Basis fuer alle saeulenbasierten Trennverfahren der modernen Analytik.
UK · 20. Jh.
Nobelpreistraeger fuer die Verteilungschromatographie (1952). Ihre Arbeit ist das Fundament fuer die moderne Prozess-Gaschromatographie (PGC), die in nahezu jeder Raffinerie zur Prozessueberwachung eingesetzt wird.
USA · 1927-2017
Vater der Speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS). Er schuf die Schnittstelle, ueber die Analysendaten heute Ventile und Pumpen steuern â ohne ihn waere PAT ohne Wirkung auf den Prozess.
USA · 1894-1964
Begruender der Kybernetik. Seine Theorien ueber Regelungskreise sind die mathematische Grundlage jeder modernen Prozessoptimierung.
Schweden · 20. Jh.
Begruender der Chemometrie und Entwickler der PLS-Regression. Ohne ihre Methoden waere die quantitative NIR-Spektroskopie in der Industrie nicht moeglich.
Die Geschichte der Prozessanalytik ist reich und wird noch geschrieben. Schreiben Sie uns â wir freuen uns ueber Ergaenzungen aus der Community.
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